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Die Bonner Papyrussammlung

DFG-gefördertes Projekt zur „Katalogisierung und Digitalisierung der Bonner Papyrussammlung zwecks Langzeitsicherung und Bereitstellung im Internet“ www.bonner-papyrussammlung.de

„Die kleine Bonner Papyrussammlung, die aus den Beständen des Deutschen Papyruskartells über Kiel an das Seminar für Alte Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn gelangte, als Ulrich Wilcken den dortigen Lehrstuhl (1912-1915) innehatte, ist erst von Friedrich Oertel der Vergessenheit entrissen worden. Sie bildete zusammen mit den ebenfalls geretteten Bibliotheksbeständen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges den Grundstock für eine Papyrus-Abteilung, die dem Seminar für Alte Geschichte angegliedert wurde.“
So fasste Horst Braunert 1964, seines Zeichens ehemaliger Assistent am Bonner Seminar für Alte Geschichte und zur Zeit der Niederschrift Professor für Alte Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel, in kurzen Worten die Geschichte  der Bonner Papyrussammlung für die ersten ca. 50 Jahre ihres Bestehens zusammen.
Es sind dies die präzisesten Informationen, die heute über die Sammlung aus griechischen, demotischen, koptischen Papyri und Ostraka sowie wenigen Seitenfragmenten koptischer und arabischer Handschriften vorliegen.
Horst Braunert, wie einst Ulrich Wilcken (der Begründer der deutschen Papyrologie) und Braunerts Lehrer Friedrich Oertel auf das Engste in Bonn mit der historischen Analyse dieses Quellenmaterials verbunden, war nach der Emeritierung Oertels unter der Ägide des neuen Direktors Johannes Straub am Seminar für die Betreuung der Sammlung zuständig und konnte in Absprache mit dem Seminar bei seiner Berufung nach Kiel im Jahr 1963 die Bonner Papyri - zur weiteren Erforschung und Schaffung eines eigenen papyrologischen Schwerpunktes an seiner neuen Wirkungsstätte - nach Kiel überführen. Sie sind
später jedoch wieder nach Bonn zurückgekehrt, wo sie heute in den Handschriftenmagazinen der Universitätsbibliothek lagern.  Hatte Friedrich Oertel die Bonner Papyri im akademischen Unterricht verwendet, blieb es doch Horst Braunert zusammen mit seinen Mitarbeitern und Kollegen Ursula Buske und John Shelton in den 60er und 70er Jahren vorbehalten, die ersten Exemplare auch in Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Mit der Emeritierung Horst Braunerts schien indes vor Ort wie in Kiel die Bonner Papyrussammlung erneut in die von ihm zuvor benannte ‚Vergessenheit’ zu geraten. Untersuchungen der jüngeren Zeit zu einzelnen Stücken, so von Fritz Mitthof, Amphilochios Papathomas, Daniela Colomo und Reinhold Scholl unterstrichen jedoch durchaus den Wert dieser mit 277 Papyri und 13 Ostraka relativ kleinen Kollektion vornehmlich römisch bis spätantiker Texte und Fragmente.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Winfried Schmitz und Prof. Dr. Konrad Vössing wurde 2007 mit Unterstützung der DFG ein Projekt zur Erschließung und Präsentation der Bonner Papyrussammlung durch den wiss. Mitarbeiter Andreas Blasius, M.A. und den technischen Mitarbeiter Stephan Jeske, M. A. in Angriff genommen; Die Arbeiten wurden nach zwei Jahren erfolgreich beendet, so dass nun der Öffentlichkeit eine entsprechende Datenbank zur Verfügung steht. Ihre Aufgabe ist es, die weitgehend unbekannten und bislang unpublizierten Papyri der Bonner Sammlung (P. Bonn) durch neue, hochauflösende Scans der Forschung  zugänglich zu machen und die Daten durch Verwendung modernster Medien zu sichern.
Eine Edition und Bearbeitung der Papyri planen Prof. Dr. F. Mithoff (Wien) und A. Papathomas (Athen).

 

Zu den Bildern der Papyri und Ostraka.

 

 Zum wissenschaftlichen Arbeiten empfieht sich unsere Datenbank.

 

 

 

 

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