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Die Abt. Alte Geschichte der Universität Bonn

Hephaisteion

Das Fach „Alte Geschichte“ beschäftigt sich mit der griechisch-römischen Antike von der mykenischen Kultur im 14.-12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Spätantike und zur Völkerwande­rung im 4.-6. Jahrhundert n. Chr. bzw. bis zur Regierung des Kaisers Justinian. Im Mittelpunkt stehen die Kulturen im Mittelmeergebiet und in den angrenzenden Gebieten in Nordwesteuropa.

In vielen Belangen ist die „klassische Antike“ für uns in historischer Hinsicht das „nächste Fremde“ (Uvo Hölscher). Denn zwar sind uns demokratische und republikanische politische Ordnungen, städtische Strukturen mit öffentlichen Räumen, Bauformen wie die Basilika oder das Theater sehr vertraut und hat das Christentum viele antike Wurzeln bewahrt, doch wird uns auf den zweiten Blick die Antike fremd, wenn wir die antike Sklaverei, die expansive, auf die Herrschaft über ein Imperium ausgerichtete Politik, die häufigen Kriege oder das Zeremoniell am spätantiken Kaiserhof berücksichtigen. Es macht den Reiz der Alten Geschichte aus, nicht nur die historischen Traditionen in Politik, Philosophie, Recht, Medizin oder den Naturwissenschaften verstehen zu lernen, sondern durch die Beschäftigung mit der Antike auch eine verfremdende Sicht auf unsere eigene Gesellschaft und unsere Lebensbedingungen zu gewinnen und so einen kritischen, historisch begründeten Standpunkt zu aktuellen Herausforderungen zu formulieren.

Die in der Abteilung Alte Geschichte Lehrenden sind bemüht, Ihnen in den Lehrveranstaltungen die ganze Vielfalt antiker Gesellschaften und Kulturen in den verschiedenen Epochen und Sachbereichen zu vermitteln. Dabei hat die Arbeit mit den antiken Quellen (vor allem den antiken Schriften, aber auch Inschriften, Münzen und Papyri) einen besonderen Stellenwert, da nur durch eine Analyse der aus der Antike unmittelbar überkommenen Zeugnisse ein kritischer wissenschaftlicher Standpunkt vertreten werden kann. Die Schwerpunkte in der Forschung der am althistorischen Seminar beschäftigten Wissenschaftler liegen in der Sozial- und Familiengeschichte der griechisch-römischen Antike, der antiken Historiographie, der antiken Sklaverei, in Christentum und Gesellschaft in der Spätantike und in der Edition und Auswertung inschriftlicher Zeugnisse der nordwestlichen Provinzen des Römischen Reiches.

Die Abteilung Alte Geschichte ist an den Erasmus-Austauschprogrammen des Instituts für Geschichtswissenschaft beteiligt. Besonders enge Kontakte bestehen zu den Universitäten in Strasbourg und in Valencia. Mit den benachbarten Fächern (Klassische Archäologie, Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, Frühchristliche Archäologie, Klassische Philologie, Ägyptologie) und dem Rheinischen Landesmuseum Bonn bestehen enge Kooperationen.

Foto: Stephanie Kirsch

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